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Jetzt "droht" die Erstklassigkeit

EPPELHEIM. Die Judofighters Rhein-Neckar haben in der 2. Bundesliga den Konkurrenten vom TSV Erlangen eine regelrechte Abfuhr erteilt und ihnen beim Aufstieg ins Oberhaus einen Klotz in den Weg gelegt. Denn die Tabellendritten aus Franken waren mit der festen Absicht angereist, beim Viertplatzierten in der Eppelheimer Caprisonne-Arena mit zwei Sieg-Punkten den Einzug ins Oberhaus abzuhaken. Doch das Judoteam Heidelberg/Mannheim drehte den Spieß um und gewann deutlich mit 9:5.

"Es freut uns besonders, dass es uns gelungen ist, noch einmal so stark aufzutreten. Ich glaube, wir konnten mit unserem schönen Judo und unserem tollen Mannschaftsgefüge einige Zuschauer zu Fans zu machen", hofft Trainerin Carmen Bruckmann auf eine Aufwertung "unserer Randsportart." Auch ihr Kollege Stefan Saueressig war voll des Lobes: "Die Mannschaft hat gezeigt, was in ihr steckt. Der Sieg gegen Erlangen war beeindruckend und ich bin ziemlich stolz, was das Team hier abgeliefert hat."

Alle Klassen optimal besetzt

Beim letzten Heimkampf der Saison stimmte bei den Lokalmatadoren alles. Alle Gewichtsklassen waren optimal besetzt, außerdem traten die Judofighters an, um vor den eigenen Fans das Beste aus sich selbst herauszuholen. Doch ein Selbstläufer war die Begegnung nicht, auch wenn die Hausherren nach Siegen von Jonas Mollet (-66 kg), Pascal Bruckmann (-73 kg), Jannis Hill (-81 kg), Viktor Driller (-100 kg) und Jan Mollet (-60 kg) zur Halbzeit mit 5:2 schon sicher zu führen schienen. Niederlagen gab es bis dahin nur für Sascha Barth (+100 kg) und Matteo Hill (-90 kg). Doch im zweiten Durchgang wurde es spannend, kam Erlangen nach verlorenen Kämpfen von Frieder Schiefer (-66 kg) und Mirco Ohl (+100 kg) auf 5:4 heran.

Erfolge des lange verletzten Dennis Klein (-73 kg) und von Finn Seeger (-90 kg) erhöhten den Abstand wieder auf 7:4, aber Jannis Hill verlor. Beim Stand von 7:5 hätte Erlangen noch ausgleichen können, doch Viktor Driller machte den Sack zu. 29 Sekunden hatte er für seinen ersten Ipponsieg benötigt, diesmal brachte er nach 34 Sekunden sein Team zum Jubeln. Jan Mollet erhöhte nach 1:15 Minuten auf 9:5.

Der letzte Kampftag am 7. Oktober entscheidet nun endgültig über die drei Aufsteiger. Dann empfangen die weiterhin ambitionierten Erlanger, die mit acht Punkten nur noch einen Zähler vor dem JT Heidelberg/Mannheim liegen, den schon als Meister feststehenden JSV Speyer (12 P.). Auf dem Papier leichtere Aufgaben haben der ebenfalls aufstiegswillige Tabellenzweite Offenbach (9 P) gegen Riesa (7./3 P.) und die Judofighters Rhein-Neckar (4./7 P.), die zum VfL Sindelfingen reisen (6./3 P.). Denn wegen der Abschaffung der Regionalliga sowie der Erweiterung der beiden oberen Klassen auf jeweils neun Teams gibt es in dieser Saison keine Zweitligaabsteiger. Jedoch müssen die ersten Drei aufsteigen.

Finanziell nicht machbar

"Wer sich weigert, muss wieder ganz unter anfangen", sagt Bruckmann und betont, "dass die 1. Liga aus mehreren Gründen nach wie vor kein Thema für das Judoteam ist. Die 2. Liga kostet uns 10 000 Euro, für die 1. Liga benötigen wir 70 000 Euro, haben dafür aber viel zu wenig Sponsoren", nennt sie als wichtigsten Faktor die Finanzen. Dann gibt es aber auch einen sportlich-sozialen Aspekt. "Wir haben ein tolles Team, das wir nicht auseinander reißen wollen. Unsere Kämpfer erhalten nur ein Essen und sind dennoch alle hochmotiviert. Um in der 1. Liga mitzuhalten, müssten wir international erfahrene Ausländer einbauen. Aber das können wir uns auch finanziell nicht leisten." Doch eine generelle Absage an erstklassiges Judo ist das nicht. "Wenn wir Sponsoren finden und unsere eigenen Leute soweit sind, dann sagen wir zum Aufstieg bestimmt nicht nein."

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